Newsletter 1/2026

Aus dem Projekt

Abschluss des Didaktik-Projekts

Im Rahmen des im Dezember 2025 abgeschlossenen Teilprojekts wurden von Sebastian Bandelin, Yann Schosser und Ben Lindsay Steppath unterschiedliche Materialien zur didaktischen Aufbereitung unserer Projektthemen erstellt. Die Ergebnisse werden zeitnah über unsere Homepage öffentlich zugänglich gemacht.

Das Material „Faulheit und Selbstvervollkommung. Kant, Moral und »die Südsee«“ beleuchtet eine oft übersehene Passage zu den „Südsee=Einwohnern“ in Kants Ausführungen zum Kategorischen Imperativ. Es erläutert den historischen Kontext, rekonstruiert die Passage und ermöglicht ein kritisches Nachdenken über die Rolle stereotyper Zuschreibungen.

Das Unterrichtsmaterial „Blinde Flecke“ zielt auf eine kritische Reflexion und Erweiterung der klassischen Philosophiegeschichte. Anhand der Entwicklung von Weltkarten und des europäischen Philosophiekanons werden kolonial geprägte Perspektiven auf die Welt sowie Ein- und Ausschlüsse im Kanon sichtbar gemacht. 

Das Themenheft „,Was zu erhalten sich lohnt?‘ Leitbegriffe der Neuen Rechten“ versucht, eine Grundlage für die kritische Auseinandersetzung mit der sog. Neuen Rechten für den Unterricht zu schaffen. Es rekonstruiert u.a. das Menschenbild, die Gesellschaftsvorstellungen oder die Tugendbegriffe der Neuen Rechten und skizziert mögliche Gegenargumente.

Datenbankprojekt

Die Arbeit an unserer Datenbank zu problematischen Textstellen aus der Klassischen Deutschen Philosophie und deren Kommentierungen schreitet weiter voran. Neben dem Verfassen weiterer Kommentare stehen aktuell die Gestaltung und Umsetzung einer zugänglichen Webseite im Fokus. Dazu findet in Zusammenarbeit mit dem Team der Digitalen Datenbank Exilphilosophie (Jena) ein Workshop mit den Entwicklern der digitalen Forschungsumgebung „nodegoat“ statt, die wir für unsere Datenbank nutzen (weitere Informationen s.u.).

Terminankündigungen

Klicken Sie auf die Veranstaltungstitel, um Details auf unserer Website einzusehen. Eine laufend aktualisierte Übersicht unserer Termine finden Sie auch hier.

Workshop 

19. Februar 2026 

09:30 – 12:30 Uhr

Jena

Introduction into nodegoat

Maximilian Huschke organisiert in Kooperation mit dem Jenaer DFG-Projekt zur Exilphilosophie und den Entwicklern von „nodegoat“ einen Einführungsworkshop (engl.) zu Möglichkeiten und Anwendung der digitalen Forschungsumgebung. Infos und Anmeldung zum hochschulöffentlichen Teil der Veranstaltung finden Sie hier

Tagung 

10. – 12. März 2026

Würzburg

Philosophie und Antisemitismus

Hannah Peaceman ist Mitorganisatorin einer Tagung in Würzburg, die sich zum Ziel setzt, sowohl das antisemitische Erbe der Philosophie als auch deren kritische Analyse- und Reflexionsinstrumente in den Blick zu nehmen und zu diskutieren. Infos zum Programm finden Sie hier.

Vortrag 

10. März 2026

13:45 – 14:30 Uhr

Würzburg

Podiumsgespräch 

11. März 2026

16:45 – 18:15 Uhr

Würzburg

Philosophische Selbst- und Institutionenkritik 

Ebenfalls im Rahmen der Tagung in Würzburg diskutiert Andrea Esser gemeinsam mit Friederike Lorenz-Sinai (Tübingen) und Frederek Musall (Würzburg) über Fragen der philosophischen Selbst- und Institutionenkritik. 

Berichte über Veranstaltungen der vergangenen Monate

Über die Herbst- und Wintermonate haben wir an einigen Veranstaltungen und Formaten mitgewirkt, über die wir einen kurzen Überblick geben wollen.

Am 24. Oktober moderierten Karolin-Sophie Stüber, Franziska Grohsgart und Andrea Esser an der Friedrich-Schiller-Universität Jena das ganztägige Symposium „Aus dem Konzept gebracht. Interdisziplinäre Perspektiven auf die Konzepte von Geschlecht und Gender“. Forschende unterschiedlicher Disziplinen diskutierten ihre jeweiligen Verständnisse von „Geschlecht“ und „Gender“. Dabei wurden auch kontroverse Positionen sichtbar, etwa im Hinblick auf Bedeutung und Funktion des Begriffs „Gender“, was die Relevanz eines sachbezogenen und respektvollen Austauschs in diesem Feld unterstrich.

Andrea Esser war am 11. November in der Reihe „Aufklärung statt Ausgrenzung: Antisemitismus im Fokus“ an der RWTH Aachen zu Gast. In ihrem Vortrag zeigte sie anhand von Textbeispielen aus den Schriften Kants, wie wir in der heutigen Rezeption dieser Texte selbstkritisch mit Antijudaismus in Werken der philosophischen Tradition umgehen können.

Peggy H. Breitenstein hielt am 4. Dezember im Rahmen der Tagung „Antisemitismus und Universität“ an der Bauhaus-Universität Weimar einen Vortrag mit dem Titel „Nie wieder ist jetzt … nicht so wichtig. Überlegungen zum akademischen Umgang mit Antisemitismus am Beispiel der Auseinandersetzungen um J. F. Fries“. Dabei stellte sie u.a. die Entstehungsgeschichte der Website „Erinnern:Gestalten“ vor, die am Beispiel des Umgangs mit der Büste von J. F. Fries im Institut für Philosophie in Jena eine selbstkritische Erinnerungskultur zu motivieren versucht.

Am 17. Dezember hielt Andrea Esser in der Ringvorlesung „Arendt im Kreis der Philosophen“ an der TU Darmstadt einen Vortrag zu „Hannah Arendt und Kant: Politische Urteilskraft und Praxis“. Darin wurden die Praxispotenziale der politischen Urteilskraft auch im Hinblick auf unsere Projektthemen herausgestellt und diskutiert.

Im neuen Jahr fand am 8. Januar 2026 das erste Treffen des Forums „Normative and Political Implications of Research on Social Imagining“ im Rahmen des Exzellenzclusters „Imaginamics“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt (Leitung: Andrea Esser und Claudia Hammerschmidt). Für das Sommersemester ist ein Workshop zur kritischen Selbstreflexion in den Wissenschaften geplant, bei dem wir uns mit unseren Projektthemen einbringen werden.

Veröffentlichungen

Blogbeitrag

Aufsatz

Hannah Peaceman: Fortschritt. Kommentar zu Damien Tricoire, „Die Aufklärung“, in: Martin Mulsow, Gideon Stienig, Friedrich Vollhardt (Hrsg.): Jahrbuch Aufklärung, Band 37 (2025), S. 407-416.

Aufsatz